Die Narben der Enttäuschung

Schon wieder ist einer dieser Momente.
Ein Moment, in dem ich mich leer fühle,
leer und alleine.
Ich schau auf meine Arme,
sie sind gezeichnet ,
von Trauer, Schmerz, Wut und Enttäuschungen.
Warum habe ich alles an ihnen ausgelassen?
Man sieht nur helle Haut und noch hellere Narben.
Mir ist bewusst, dass das alles meine Probleme nicht verschwinden lässt.
Doch für diesen Moment,
den Moment des kurzen, tiefen Schnittes,
bin ich frei, ich bin ich.
Frei von Problemen und Sorgen.
Ein kurzer Moment, in dem ich alles um mich herum vergessen kann.
Doch dann sehe ich das Blut,
wie es aus meinem Arm läuft.
Dieses warme Gefühl,
so vertraut und doch so komisch.
Im nächsten Augenblick frage ich mich wieder, warum ich das getan habe.
Warum ich es immer wieder tue.
Und wie lange mein Körper das wohl noch aushält.
Die Antworten darauf sind unfassbar einfach.
Ich habe es getan, weil der Schmerz mein Freund ist,
weil der Schmerz selbst dann da ist, wenn um mich herum niemand mehr ist.
Ich tue es immer wieder, weil ich den Schmerz "brauche" um zu vergessen,
er macht es mir ein Stück weit einfacher.
Und mein Körper hält es so lange aus, bis der letzte Funke meiner Seele zerstört ist, bis ich zu schwach bin um weiter zu machen.
Er hält es aus, bis ich es endgültig aufgebe.
Doch einige wollen mich am Ende sehen,
sie erfreuen sich an meinem Unglück.
Diesen Triumph möchte ich ihnen nicht geben.
Nicht dieses mal. Und auch kein anderes mal.
Deshalb versuche ich zu kämpfen.
Ein Kampf für Liebe, Glück und Freundschaft.
Denn diese Dinge halten mich am Leben und bauen mich immer wieder auf.

Zerstörte Herzen fühlen nichts.

Es ist so dunkel,
ich sehe nichts,
taste mich blind nach vorne,
wo bin ich hier?
Was mache ich hier?
Und was passiert hier?
Ich weiß nichts mehr,
ich spüre nicht als Leere in meinem inneren,
ob sie jemals weg geht, weiß ich nicht.
Ich möchte hier weg,
ich schreie,
kämpfe,
versuche zu entkommen,
doch ich habe das Gefühl im Kreis zu laufen.
In einem ewig dunklen Kreis,
aus dem ich nicht entkommen kann.
Doch dann sehe ich ein kleines Licht,
ich laufe auf es zu,
im Schein des Lichtes liegt etwas,
schwer zu erkennen,
die Kanten verschwimmen.
Es sind dutzende Scherben,
verteilt auf dem Boden.
Dieser Haufen, er war mal mein Herz,
doch zu viel hat es zerstört.
Ich versuche es zusammen zu setzten,
doch die Narben kann ich nicht heilen.
Das was noch von dem schlagenden Herz übrig ist,
ist von Schmerz, Leid, Lügen und Enttäuschungen gezeichnet.
Jemals wieder normal fühlen- so gut wie unmöglich.
Ich habe zu viel Angst,
werde nur verletzt,
nur enttäuscht oder belogen.
Irgendwann lernt man mit dem Schmerz zu leben,
doch man möchte auch wieder lachen,
aus dem herzen lachen,
doch das ist unmöglich, wenn das Herz verschlossen ist.
Ich möchte nur wieder fühlen können,
wirklich lachen.
Nur wissen wie es ist...wichtig zu sein.
Jemandem etwas bedeuten.
Ich möchte wieder "leben" und nicht bloß existieren.
Doch ich hab keine Ahnung ob ich das jemals wieder kann.